Die Menopause bezeichnet das Ende des monatlichen Menstruationszyklus. Davor liegt meist die Perimenopause und noch weiter vorher die Prämenopause. In dieser Übergangszeit verändert sich die Funktion der Eierstöcke und speziell die Spiegel von Östrogenen und Progesteron schwanken.
Die Menopause ist keine Krankheit. Viele Frauen erleben sie dennoch als einschneidend und belastend. In meiner Praxis sehe ich sehr viele unterschiedliche Verläufe. Manche Frauen spüren nur wenige Veränderungen. Andere berichten von deutlichen körperlichen und psychischen Belastungen, die den Alltag und auch die Arbeit stark beeinflussen.
Wann beginnt die Menopause
Die meisten Frauen erreichen die Menopause zwischen 47 und 55 Jahren. Sie kann durchaus auch früher oder später eintreten. Eine frühe Menopause kann auch nach Operationen oder Behandlungen auftreten oder auch, wenn das Hormongefüge aus unterschiedlichen physischen und psychischen Gründen aus dem Lot gerät. Eine sichere Vorhersage des Zeitpunktes ist nicht möglich. Familiäre Muster, das Alter der ersten Periode, Schwangerschaften, Rauchen und das Körpergewicht könnend dabei eine Rolle spielen.
Woran erkenne ich die Menopause
Nach gängiger Definition gilt die Menopause als erreicht, wenn seit der letzten Blutung zwölf Monate vergangen sind. In der Praxis kündigt sich der Übergang schon vorher an. Zyklen werden unregelmässig. Beschwerden treten häufig phasenweise auf. Tage mit Ruhe wechseln sich mit anstrengenden Tagen ab.
Was geschieht hormonell
Mit der Annäherung an die Menopause sinkt die Produktion der Sexualhormone. Östrogene beispielweise wirken nicht nur auf den Zyklus, sie beeinflussen genauso Schlaf, Temperaturregulation, Haut, Schleimhäute, Muskel und Gelenkgefühl, Stimmung und Antrieb. Progesteron sinkt tendenziell bereits in der Phase der Prä-, bzw. Perimenopause, was den Zyklus zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringt und psychisch ebenfalls starke Auswirkungen haben kann. Schwankungen sind in diesem Bereich typisch. Sie erklären, warum Beschwerden kommen und gehen.
Typische Beschwerden
- Schlaf: Einschlafen und Durchschlafen gelingen nicht mehr zuverlässig. Nachtschweiss weckt und erschwert zudem das Wiedereinschlafen.
- Energie: Viele fühlen sich tagsüber müde und wenig belastbar. Erschöpfung verhindert Motivation und oft auch das Gefühl der Freude und Fröhlichkeit.
- Temperatur: Hitzewallungen treten am Tag und in der Nacht auf.
- Stimmung: Reizbarkeit, innere Unruhe, Anspannung und Phasen mit Depression oder Angst sind nicht selten. Auch Gehirnnebel, Wortfindungsprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten können auftreten.
- Gewicht: Das Gewicht steigt schneller. Die Verteilung verlagert sich eher zur Mitte.
- Muskeln und Gelenke: Steifigkeit am Morgen, druckempfindliche Muskelpartien und empfindliche Gelenke können die Bewegung erschweren.
- Urogenital: Vaginale Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Sex. Häufigeres Wasserlassen und Empfindlichkeit der Blase können zu starken Einschränkungen im Alltag führen.
- Haut und Schleimhäute: Trockenheitsgefühl der Haut, der Augen, der Nase, aber auch vermehrt Verstopfung und Magenschmerzen können zu den Beschwerden dazugehören. Oft ist die Frau auch empfindlicher gegenüber gewohnten Pflegeprodukten.
All diese Punkte treten selten isoliert auf. In meinen Sprechstunden sehe ich meistens eine Kombination aus verschiedenen Bereichen. Schlechter Schlaf verstärkt Müdigkeit und Stimmungsschwankungen, anhaltender Stress verstärkt Hitzewallungen und Sorgen über Leistung und Konzentration verstärken die innere Unruhe. Das Verstehen dieses Zusammenspiels ist in meiner Therapie entscheidend.
Verstärker
- Belastung in der Arbeit
- Konflikte und familiäre Doppelbelastung
- Alkohol am Abend
- Viel Zucker und süsse Snacks
- Viel Koffein über den Tag
- Stark fettreiche und sehr scharfe Mahlzeiten
- Heisse Tage oder stark geheizte Räume
- Sehr kalte Tage ohne Bewegung draussen
- Unregelmässige Mahlzeiten und lange Nüchternphasen
Unterschiede zwischen Perimenopause und Postmenopause
In der Perimenopause stehen Schwankungen im Vordergrund. Es gibt gute und schlechte Wochen. Blutungen kommen unregelmässig. Beschwerden sind oft wellenförmig.
In der Postmenopause ist die Blutung seit zwölf Monaten ausgeblieben. Beschwerden sind weniger sprunghaft, aber sie können anhalten. Erfahrungsgemäss bleiben urogenitale Beschwerden bestehen und sollten zeitnah angegangen und entsprechend therapiert werden.
Meine Arbeitsweise
Ich arbeite strukturiert und datenorientiert. Der Speichelhormontest bietet mir eine gezielte Auswertung deines Hormonstatus und ist die Basis meiner Therapie. Zudem gibt mir die umfassende Erfassung der Beschwerden ein klares Bild, wo therapeutisch angesetzt werden sollte. Wir definieren die wichtigsten Schritte, die zuverlässig umsetzbar sind. Wir prüfen die Wirkung in festen Abständen und passen die Therapie bei Bedarf an. Bei mentalen Herausforderungen stehe ich dir zusätzlich mit all meinen Tools (Autogenes Training, EFT, Meditation, Manifestation, klassische und aromatherapeutisch Massage) zur Seite.
Wann ist ärztliche Abklärung wichtig
- Blutungen, die sehr stark sind oder nach längerer Pause wieder auftreten
- Brustbeschwerden, Knoten oder Hautveränderungen
- Anhaltende Schmerzen, Luftnot, plötzliche Kopfschmerzen
- Ausgeprägte depressive Symptome, massive Angst oder längere Schlaflosigkeit
- Urogenitale Beschwerden mit wiederholten Infekten oder Blut im Urin
Die Menopause ist ein sehr individueller Übergang und jede Frau erlebt sie anders. Das Beschwerdebild entsteht aus Hormonveränderungen und Alltagsbelastungen. Ich unterstütze dich in allen Bereichen und biete dir eine umfassende Therapie mit dem Ziel, dass du dich wieder ganzheitlich wohlfühlst.



